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Ratgeber

Sicherung und FI-Schalter beim Balkonkraftwerk

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Viele Fragen zum Balkonkraftwerk drehen sich um Sicherung und FI-Schalter: Muss etwas getauscht werden, darf der Stromkreis belegt sein, schützt der FI auch die Anlage? Diese Seite erklärt neutral, wie Leitungsschutz und Fehlerstromschutz im Haushalt funktionieren und was für ein Balkonkraftwerk wichtig ist. Sie ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung oder Elektroplanung. Für Entscheidungen im Einzelfall ist eine Elektrofachkraft zuständig.

Zwei Schutzeinrichtungen, zwei Aufgaben

Der Leitungsschutzschalter, oft als Sicherung bezeichnet, schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Er löst aus, wenn zu viel Strom fließt. Der Fehlerstromschutzschalter, kurz FI oder RCD, schützt Menschen vor gefährlichen Strömen, etwa wenn ein Fehlerstrom über den Körper zur Erde fließt. Er löst bei einem Differenzstrom aus. Beide arbeiten unabhängig voneinander und ergänzen sich.

Wie ein Balkonkraftwerk einspeist

Das Gerät speist an einer Steckdose in einen bestehenden Stromkreis ein. Der Strom verteilt sich im Kreis und fließt zu den Verbrauchern, der Rest über den Hausanschluss ins Netz. Die Leitung wird dabei von zwei Seiten gespeist, vom Hausnetz und vom Wechselrichter. Weil die Einspeisung mit 800 VA begrenzt ist, entspricht sie einer Stromstärke von rund 3,5 Ampere bei 230 Volt, was für übliche Haushaltsleitungen klein ist. Mehr zur Grenze in 800 VA Grenze.

Trotzdem können ältere Leitungen, lose Steckdosen oder fehlende Schutzleiter ein Risiko sein, das vorher unbemerkt blieb. Das ist ein Grund für die Prüfung durch eine Elektrofachkraft, wenn der Zustand der Installation unklar ist.

Der Leitungsschutzschalter

In Wohnungen sind Leitungsschutzschalter häufig mit 16 Ampere ausgelegt. Das hängt vom Querschnitt der Leitung ab und kann vom Normalfall abweichen. Die Frage, ob der Stromkreis mit Balkonkraftwerk und Verbrauchern überlastet werden kann, beantwortet die Elektrofachkraft anhand der Installation. Als Faustregel gilt: Die zusätzliche Einspeisung ist klein, aber die Leitung darf nicht schon vorher an der Grenze arbeiten.

Ein Tausch der Sicherung gegen einen größeren Wert ist keine Lösung und gefährlich, weil die Leitung dann nicht mehr geschützt ist. Ändern Sie nie selbst die Nennwerte.

Hinweis:Überbrücken, Flicken oder Austauschen von Sicherungen gegen höhere Werte ist gefährlich und kann Brände verursachen.

Der FI-Schalter

Ein FI schützt auch bei Betrieb eines Balkonkraftwerks, wenn er vorhanden ist. Im Gleichstromteil der Anlage können zudem Fehlerströme entstehen, die manche FI-Typen nicht erfassen. Hersteller von Wechselrichtern geben deshalb häufig an, ob der Wechselrichter intern Gleichstromanteile vermeidet oder ob ein bestimmter FI-Typ nötig ist. Lesen Sie hierzu die Anleitung, und fragen Sie bei Unklarheit den Hersteller oder eine Elektrofachkraft. Pauschale Aussagen zum richtigen Typ sind ohne Kenntnis von Gerät und Installation nicht möglich.

Löst der FI nach dem Anschließen wiederholt aus, trennen Sie das Gerät und lassen die Anlage prüfen.

Muss die Steckdose besonders sein?

Die Steckdose muss intakt, fest in der Wand und geerdet sein, und der Stecker darf nicht heiß werden. Dauerhafte Einspeisung belastet Kontakte, deshalb sind lose oder angeschmorte Steckdosen ein Warnzeichen. Zu Schuko und Wieland lesen Sie Schuko oder Wieland, zur Wahl der Steckdose Balkonkraftwerk Steckdose.

Wann Sie eine Elektrofachkraft holen sollten

Eine Prüfung durch eine Elektrofachkraft ist in diesen Situationen besonders sinnvoll, bevor Sie das Gerät dauerhaft betreiben:

  • Die Installation ist alt, etwa mit alten Sicherungen oder ohne FI.
  • Sie wissen nicht, wie die Steckdose abgesichert ist.
  • Der Stromkreis versorgt viele Großverbraucher.
  • Die Zuleitung ist lang oder verläuft im Außenbereich, etwa zu Gartenhaus oder Carport, mehr in Gartenhaus und Carport.
  • Der FI löst nach dem Anschluss aus.
  • Sie planen eine Erweiterung auf mehr Module oder einen Speicher.

Was Sie selbst prüfen können

Ohne zu öffnen, was nur Fachleute dürfen, können Sie einiges beobachten: Welche Sicherung gehört zu welchem Raum? Gibt es einen FI im Zählerschrank und löst er per Prüftaste aus? Ist die Steckdose fest, sauber und kühl im Betrieb? Notieren Sie das und zeigen Sie es der Fachkraft. Arbeiten im Zählerschrank oder an den Leitungen sind jedoch Fachsache. Die Meldung im Register hat damit nichts zu tun, mehr in Anmeldepflicht.

Wenn ein Speicher dazukommt

Mit einem Speicher ändert sich das Bild, weil das System auch Strom aus dem Netz laden und ins Haus abgeben kann. Dann kommen weitere Fragen zur Absicherung hinzu, zum Beispiel zu Leitungen im Gerät und zu Ladeströmen. Hersteller geben dafür Hinweise in der Anleitung. Eine Übersicht bietet der Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher, Anschlussdetails stehen in Speicher anschließen.

Speicher im Überblick →

Normen und Nachweise

Die technischen Anforderungen an Wechselrichter und Anschluss ergeben sich aus Normen. Welche für den Kauf relevant sind, erklärt Normen fürs Balkonkraftwerk. Achten Sie darauf, dass der Hersteller die Eignung für den Betrieb am Hausnetz angibt und eine Anleitung auf Deutsch beiliegt.

Häufige Fragen

Brauche ich eine eigene Sicherung für das Balkonkraftwerk? Für ein steckerfertiges Gerät ist das nicht allgemein vorgeschrieben. Ob Ihre Installation geeignet ist, klärt die Elektrofachkraft.

Löst der FI wegen des Balkonkraftwerks aus? Das kann bei Fehlern im Gerät oder in der Installation vorkommen. Trennen Sie das Gerät und lassen Sie es prüfen.

Kann ich die Sicherung vergrößern, damit mehr Leistung geht? Nein. Das gefährdet die Leitung.

Wer haftet bei Schäden? Das hängt vom Einzelfall und Ihrer Versicherung ab, mehr in Balkonkraftwerk und Versicherung. Das ist keine Rechtsberatung.

Was Sie dafür brauchen