Anleitung
Eigenverbrauch beim Balkonkraftwerk erhöhen
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Kurz gesagt
Eigenverbrauch steigt, wenn Verbraucher zur Sonnenzeit laufen: Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner mittags starten, Geräte zeitgesteuert laden und die Grundlast kennen. Mit Speicher lässt sich Überschuss in den Abend verschieben. Der genaue Gewinn hängt vom Haushalt ab.
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Ein Balkonkraftwerk lohnt sich am meisten, wenn der erzeugte Strom im Haus genutzt wird, statt unvergütet ins Netz zu fließen. Auf dieser Seite finden Sie praktische Maßnahmen, mit denen Sie den Eigenverbrauch steigern, ohne Komfort zu verlieren. Sie brauchen dafür keine Spezialkenntnisse, nur etwas Planung.
Was Eigenverbrauch bedeutet
Eigenverbrauch ist der Anteil des erzeugten Stroms, den Sie im Haushalt direkt nutzen. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Bei einem Balkonkraftwerk fällt dieser Rest oft ohne gesonderte Vergütung an. Je höher der Eigenverbrauch, desto weniger Netzstrom müssen Sie beziehen. Mehr zum Fluss des Überschusses lesen Sie unter Balkonkraftwerk einspeisen.
Wichtig ist: Die Erzeugung folgt der Sonne, der Verbrauch folgt Ihrem Alltag. Die Kunst besteht darin, beides anzunähern.
Zuerst die Grundlast kennen
Die Grundlast ist der Strom, der rund um die Uhr gebraucht wird: Kühlschrank, Router, Standby-Geräte. Sie läuft auch tagsüber und deckt sich mit der Erzeugung. Wer nur ein kleines Balkonkraftwerk betreibt, deckt damit häufig schon einen guten Teil davon.
Die Grundlast können Sie mit einem Messgerät an einzelnen Geräten abschätzen oder über einen Smart Meter ablesen, falls vorhanden. Details dazu stehen in Smart Meter und Verbrauchsmessung.
Ablauf: Verbrauch zur Sonne verschieben
Gehen Sie schrittweise vor und beginnen Sie mit den Geräten, bei denen Sie die Startzeit wählen können.
- 1
Notieren Sie, wann Ihre Anlage typischerweise am meisten erzeugt, bei Südlage häufig um die Mittagszeit.
- 2
Planen Sie Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner mit Startzeitvorwahl für diese Stunden.
- 3
Laden Sie Akkus (Handy, Laptop, E-Bike) tagsüber statt nachts.
- 4
Lassen Sie große Verbraucher nicht gleichzeitig laufen, um den Netzbezug niedrig zu halten.
- 5
Nutzen Sie bei Bedarf Zeitschaltuhren oder smarte Steckdosen, die für die Last geeignet sind.
- 6
Beobachten Sie die Wirkung über einige Wochen und passen Sie die Zeiten an.
Hinweis:Hinweis: Wasch- und Spülmaschinen unbeaufsichtigt laufen zu lassen, birgt immer ein Restrisiko. Beachten Sie Herstellerhinweise und Ihre Versicherungsbedingungen.
Standort und Aufbau anpassen
Mehr Ertrag zu den Zeiten, in denen Sie zu Hause sind, hilft ebenfalls. Eine Ost-West-Aufteilung verteilt die Erzeugung breiter über den Tag, eine Südausrichtung bündelt sie um die Mittagszeit. Welche Variante besser passt, hängt von Ihrem Tagesablauf ab. Hintergründe zu Winkel und Himmelsrichtung stehen in Neigungswinkel und Ausrichtung.
Auch Verschattung kostet Erzeugung genau in den Stunden, in denen sie gebraucht wird. Tipps enthält Verschattung vermeiden.
Speicher als Hebel
Ein Speicher verschiebt Überschuss in den Abend und senkt so den Netzbezug in den Stunden mit Verbrauch. Er kostet allerdings Anschaffung und Platz und rechnet sich nicht in jedem Haushalt. Prüfen Sie vorher mit dem Speicher-Größenrechner, wie groß ein Speicher überhaupt sein müsste.
Wenn Sie das Thema vertiefen wollen, lesen Sie die Gegenüberstellung mit oder ohne Speicher.
Was wenig bringt
Nicht sinnvoll ist es, Verbraucher künstlich laufen zu lassen, nur um Solarstrom zu nutzen. Der Gewinn ist dann kleiner als der Aufwand. Ebenso wenig hilft es, die Leistung des Wechselrichters zu drosseln oder die Anlage abzuschalten, wenn gerade viel eingespeist wird, es sei denn, Sie haben einen konkreten Grund.
Messen Sie lieber einmal, wie sich Ihr Verbrauch verteilt, und setzen Sie dort an, wo der Hebel am größten ist.
Beispiel: ein typischer Wochentag
Stellen Sie sich einen Haushalt vor, in dem tagsüber niemand zu Hause ist. Die Anlage erzeugt zur Mittagszeit am meisten, doch es läuft nur der Kühlschrank. Der Großteil der Erzeugung fließt dann ins Netz. Mit einer Startzeitvorwahl für die Spülmaschine, die für den frühen Nachmittag programmiert wird, und einem Akku-Ladegerät mit Zeitschaltuhr lässt sich schon ein Teil davon nutzen. Je nach Wohnsituation ist das mit wenig Aufwand möglich.
Arbeiten Sie dagegen im Homeoffice, fällt der Verbrauch ohnehin in die Sonnenzeit. Dann steigt der Eigenverbrauch fast von selbst. Diese Unterschiede erklären, warum es keine allgemeingültige Prozentzahl gibt.
Messen statt schätzen
Wer es genau wissen will, misst Erzeugung und Bezug. Ein Zähler mit Rücklaufsperre oder ein Zweirichtungszähler zeigt, wie viel Strom ins Netz geht. Warum der Zähler dafür wichtig ist, erklärt Zähler fürs Balkonkraftwerk. Alternativ liefern manche Wechselrichter-Apps Werte zur Einspeisung.
Sinnvoll ist ein Beobachtungszeitraum von mehreren Wochen im Sommer. So sehen Sie, ob Ihre Maßnahmen wirken, ohne dass einzelne Wetterlagen das Bild verzerren.
Häufige Fragen
Wie hoch ist ein guter Eigenverbrauch? Das hängt von Anlagengröße und Haushalt ab. Ein kleines Gerät mit konstantem Grundverbrauch erreicht oft hohe Anteile, bei großer Anlage und leerem Haus sinkt der Anteil. Feste Prozentzahlen lassen sich nicht pauschal nennen.
Lohnt sich eine Zeitschaltuhr? Wenn Geräte keine eigene Startzeitvorwahl haben, kann sie helfen. Achten Sie darauf, dass sie für die Leistung ausgelegt ist.
Muss ich dafür meine Gewohnheiten stark ändern? Meist nicht. Schon das Verschieben weniger Geräte auf die Mittagszeit macht einen Unterschied.
Hilft ein Speicher immer? Nein. Er erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber mehr, als er bei geringem Überschuss einspart. Rechnen Sie vorher mit Ihren eigenen Werten.
Spielt die Anlagengröße eine Rolle? Ja. Je größer die Erzeugung im Verhältnis zum Verbrauch, desto mehr Überschuss entsteht. Ein kleines System erreicht oft leichter einen hohen Eigenverbrauchsanteil.
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