Ratgeber
Balkonkraftwerk Ertrag pro Monat und im Jahresverlauf
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Kurz gesagt
Der Ertrag folgt dem Sonnenstand: Mai bis August liefern den größten Teil, Dezember und Januar nur einen kleinen. Die genaue Verteilung hängt von Region, Ausrichtung und Neigung ab. Als Schätzung nehmen Sie den Jahresertrag und gewichten ihn nach Monat.
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Wer ein Balkonkraftwerk plant oder betreibt, will wissen, was in einem bestimmten Monat realistisch ist. Eine feste Tabelle mit Kilowattstunden wäre trügerisch, denn Standort, Wetter und Aufbau unterscheiden sich stark. Diese Seite zeigt stattdessen, wie sich der Ertrag über das Jahr verteilt und wie Sie Ihren eigenen Jahresverlauf abschätzen.
Der grobe Jahresverlauf
In Deutschland liegt die Hauptmenge des Jahresertrags im Sommerhalbjahr. Lange Tage und hoher Sonnenstand sorgen für viel Einstrahlung. In den Wintermonaten ist der Tag kurz, der Sonnenstand niedrig und der Himmel oft bedeckt. Der Ertrag kann dann nur einen Bruchteil des Sommerertrags erreichen.
| Zeitraum | Tageslänge und Sonnenstand | Erwarteter Ertrag |
|---|---|---|
| Dezember, Januar | kurz, tief | sehr niedrig |
| Februar, November | kurz bis mittel | niedrig |
| März, Oktober | mittel | mittel |
| April, September | mittel bis lang | mittel bis hoch |
| Mai bis August | lang, hoch | hoch |
Hinweis:Die Tabelle beschreibt Tendenzen, keine festen Werte. Wetter und Standort schwanken von Jahr zu Jahr.
Was die Monatswerte beeinflusst
Neben der Jahreszeit bestimmen mehrere Faktoren, wie viel tatsächlich ankommt: Region und Wetter, Ausrichtung und Neigung, Verschattung, Verschmutzung und die Leistungsgrenze des Wechselrichters. Eine senkrecht montierte Anlage am Geländer erzeugt im Winter relativ mehr als im Sommer, weil die tiefe Sonne besser auf die Fläche trifft. Details dazu finden Sie in Neigungswinkel und Ausrichtung.
Eine Anlage im Norden oder mit starker Verschattung erreicht auch im Sommer deutlich weniger. Siehe Nordbalkon-Ertrag.
- 1Senkrecht am Geländer: Nach Süden etwa 70 %, nach Ost oder West etwa 56 % des Optimums.
- 2Aufgeständert, 30 Grad: Das Optimum für Süd. Ost und West liegen bei etwa 84 %.
- 3Flach, 0 bis 10 Grad: In jede Richtung etwa 88 %, dafür weniger Verschmutzung und gleichmäßiger über den Tag.
Eigenen Jahresverlauf abschätzen
Sie können eine Schätzung in wenigen Schritten selbst anfertigen, ohne feste Versprechen abzugeben.
- 1
Jahresertrag mit dem Ertrags- und Amortisationsrechner für Ihre Region, Ausrichtung und Neigung berechnen.
- 2
Die Monate in drei Gruppen einteilen: schwach (November bis Februar), mittel (März, April, September, Oktober), stark (Mai bis August).
- 3
Den Jahresertrag so verteilen, dass die starke Gruppe den größten Teil bekommt. Die genaue Aufteilung bleibt eine grobe Annahme.
- 4
Nach einigen Monaten die Werte aus App oder Zähler mit der Schätzung vergleichen und die Gewichtung anpassen.
Messwerte richtig lesen
Die App des Wechselrichters zeigt häufig Tages-, Monats- und Jahresertrag. Beachten Sie, dass die Ertragsanzeige die erzeugte Energie meint, nicht die selbst verbrauchte. Der Eigenverbrauch hängt vom Haushalt ab und lässt sich mit Smart Meter und Verbrauchsmessung genauer beurteilen.
Vergleichen Sie Monate nur mit demselben Monat des Vorjahres, nicht mit dem Vormonat, da Jahreszeit und Wetter sonst den Vergleich verzerren.
Winter und Übergangszeit
Im Winter fällt wenig Ertrag an, und Schnee oder Dunst verschärfen das. Das ist normal und kein Defekt. Mehr dazu in Ertrag im Winter und Schnee und Frost. In der Übergangszeit liefert die Anlage oft mehr, als viele erwarten, besonders an klaren, kühlen Tagen.
Für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zählt das Gesamtjahr. Einzelne schwache Monate gleichen sich im Sommer aus.
Typische Fehlerquellen bei der Schätzung
Viele Rechner nehmen eine Ausrichtung nach Süden mit etwa 30 Grad Neigung als Basis. Bei Balkonen mit senkrechter Montage oder Ost-West-Ausrichtung liegen die Jahreswerte niedriger, die Kurve im Jahresverlauf ist aber flacher. Wer diese Besonderheit nicht berücksichtigt, ist von den Monatswerten überrascht.
Auch die Leistungsgrenze des Wechselrichters verfälscht den Vergleich. Im Sommer begrenzt der Wechselrichter bei Spitzen, im Winter nicht. Daher steigen die Sommerwerte weniger stark, als die Modulleistung vermuten lässt. Mehr dazu in Modulleistung und Wechselrichter.
Ertragsdaten dokumentieren
Wer den Verlauf nachhalten will, notiert einmal im Monat den Ertrag aus der App oder vom Zähler. Eine einfache Tabelle reicht. Nach einem Jahr erkennen Sie die typische Kurve Ihres Standorts und können Ausreißer erklären, etwa Verschattung durch Laub oder Gerüste.
Das hilft auch bei späteren Fragen zur Erweiterung, zum Beispiel ob sich ein zusätzliches Modul lohnt, siehe Balkonkraftwerk erweitern.
Jahresertrag und Monatswerte zusammen denken
Für die Planung zählt am Ende der Jahresertrag, die Monatswerte helfen bei der Einordnung. Wer zum Beispiel im Februar nur einen kleinen Wert sieht, muss nicht an seiner Anlage zweifeln. Erst wenn ein Monat über mehrere Jahre unter dem Üblichen liegt, lohnt die Suche nach der Ursache.
Nützlich ist auch der Blick auf Tage mit klarem Himmel. An solchen Tagen zeigt die Anlage ihre Möglichkeiten, unabhängig vom Monat. Vergleichen Sie diesen Wert mit den technischen Daten, um zu sehen, ob alles normal läuft.
Häufige Fragen
Wie viel kWh liefert ein Balkonkraftwerk pro Monat? Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt von Region, Modulleistung, Ausrichtung, Verschattung und Wetter ab. Eine Schätzung liefert der Rechner auf dieser Seite.
Welcher Monat ist der ertragreichste? Meist Mai bis August. Der genaue Spitzenmonat kann je nach Wetter von Jahr zu Jahr wechseln.
Warum zeigt meine App weniger als erwartet? Mögliche Ursachen sind Verschattung, Verschmutzung, Wetter oder die Leistungsgrenze des Wechselrichters. Eine Checkliste steht in zu wenig Ertrag.
Lohnt sich die Anlage trotz schwacher Wintermonate? Die Wirtschaftlichkeit wird über das Jahr betrachtet. Schwache Wintermonate sind eingeplant.
Warum schwankt der Ertrag so stark von Tag zu Tag? Bewölkung, Dunst und Sonnenstand verändern die Einstrahlung. Einzelne Tage sagen wenig, aussagekräftig sind Wochen- und Monatswerte.
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