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Ratgeber

Balkonkraftwerk im Winter: wie viel Strom ist drin?

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Viele fragen sich im Herbst, ob sich ein Balkonkraftwerk jetzt noch lohnt, und im Winter, ob die Anlage überhaupt etwas bringt. Diese Seite ordnet den Winterertrag ein, nennt Richtwerte pro Tag, erklärt den Einfluss von Neigung, Schnee und Speicher und sagt, warum sich der Frühling als Kaufzeitpunkt anbietet. Alle Zahlen sind Richtwerte und stammen aus den Annahmen des Ertrags- und Amortisationsrechners.

Warum der Winter so schwach ist

Im Winter steht die Sonne tief, die Tage sind kurz und der Himmel ist oft bedeckt. Das Licht muss einen längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen, und viele Flächen sind verschattet, weil die Schatten länger werden. Das Ergebnis ist ein Ertrag, der im Dezember und Januar am niedrigsten ausfällt.

Eine Zahl für alle gibt es nicht. Die Spannen zwischen Regionen, Wetterlagen und Aufstellorten sind groß. Nehmen Sie die Werte hier als Größenordnung.

Richtwerte pro Tag

Der Speichergrößen-Rechner dieser Seite rechnet für Süd mit 30 Grad Neigung mit folgenden Tageserträgen je Kilowatt Modulleistung: Sommer etwa 4,0 kWh, Frühjahr und Herbst etwa 2,5 kWh, Winter etwa 0,8 kWh. Bei einer Anlage mit 0,8 kWp wären das im Winter grob 0,6 kWh am Tag, im Sommer gut 3 kWh.

Das bedeutet: Ein Wintertag liefert ungefähr ein Fünftel eines Sommertags. Der Strom reicht dann meist, um Grundlast und kleine Geräte teilweise zu decken, aber nicht, um nennenswert Strom ins Netz zu geben.

Neigung, Schnee und Schatten

Senkrechte Module am Geländer sind im Winter relativ gesehen besser als im Sommer, weil sie dem tiefen Sonnenstand zugewandt sind. Ihr Jahresertrag liegt insgesamt aber niedriger als bei geneigter Montage. Ob eine Aufständerung mit steilem Winkel Sinn macht, hängt von Platz und Windlast ab. Systeme mit verstellbarem Winkel zeigt der Vergleich der Halterungen für Balkonkraftwerke.

Schnee auf den Modulen blockiert die Erzeugung, rutscht bei geneigten Modulen aber oft von selbst ab. Räumen Sie Schnee nur, wenn Sie das vom sicheren Standort aus tun können. Steigen Sie nicht auf Leitern und lehnen Sie sich nicht über das Geländer, die Absturzgefahr ist real. Warten Sie lieber auf Tauwetter.

Hinweis:Modul nie mit harten Gegenständen vom Schnee befreien und bei Frost nicht mit heißem Wasser übergießen. Glas kann springen. Bei Zweifeln den Hersteller fragen.

Wechselrichter und Frost

Die Elektronik ist für Außentemperaturen ausgelegt, die genauen Grenzen stehen im Datenblatt. Prüfen Sie die Angaben zum Betriebstemperaturbereich, wenn Ihre Region sehr kalt wird. Mehr zu den gängigen Geräten finden Sie im Vergleich der Mikrowechselrichter mit 800 Watt.

Bei Speichern ist der Frost relevanter, weil Batterien in der Kälte nicht beliebig laden. Manche Hersteller nennen in den Listings Betrieb bis minus 20 Grad, zum Beispiel BigBlue Powafree und STORCUBE S1000 Pro. Lesen Sie die Bedingungen im Datenblatt genau. Einen Überblick bietet der Vergleich der Speicher für Balkonkraftwerke.

Speicher vergleichen →

Kann ein Speicher im Winter helfen?

Ein Speicher verschiebt Strom in die Abendstunden. Im Winter ist der Überschuss gering, deshalb bleibt ein großer Speicher meist leer. Für die Winterzeit lohnt sich daher selten eine große Kapazität. Sinnvoller ist die Auslegung auf den Frühling bis Herbst, wenn ein Überschuss auftritt. Das erklärt der Beitrag Speichergröße berechnen.

Was Sie im Winter trotzdem nutzen können

Auch an trüben Tagen läuft die Anlage. Diffuses Licht reicht für einen kleinen Ertrag, und der kommt in den Grundverbrauch: Router, Kühlschrank, Standby-Geräte. Das bremst den Bezug aus dem Netz ein wenig, auch wenn die Ersparnis im Winter klein bleibt. Kontrollieren Sie in der App oder am Wechselrichter, ob die Anlage Leistung meldet. Ein Wert von null an einem hellen Tag kann auf Schatten oder Schnee hinweisen.

Nutzen Sie die ruhige Zeit für Wartung. Prüfen Sie Befestigung, Kabel und Stecker auf Schäden durch Sturm oder Frost und reinigen Sie die Module nach der Schneeschmelze. Sicherheit geht vor: Arbeiten am Stecker nur bei ausgeschaltetem Gerät, bei Beschädigungen am Kabel eine Elektrofachkraft hinzuziehen.

Warum der Frühling zum Kauf passt

Wer im Frühling startet, hat die ertragreichsten Monate vor sich und kann die Anlage in Ruhe in Betrieb nehmen. Eine Anschaffung im Herbst oder Winter ist kein Fehler, doch bis zum Ertragsaufschwung vergehen Monate. Wichtig ist die Jahresbetrachtung: Im Rechner stehen Jahresertrag und Amortisation, nicht ein einzelner Monat.

Planen Sie Anmeldung und Montage vorab. So läuft die Anlage zum Start der Saison. Wie die Meldung abläuft, beschreibt der Beitrag Balkonkraftwerk anmelden.

Jahresertrag berechnen →

Häufige Fragen

Lohnt sich die Anlage trotz schwachem Winter? Das hängt vom Jahresertrag ab, nicht vom Winter allein. Rechnen Sie mit dem Ertragsrechner und der Beschreibung in Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?.

Muss ich die Anlage im Winter abschalten? Nein, Sie können sie laufen lassen. Bei Schäden oder Schnee-Last schalten Sie sie ab und prüfen sie bei besserem Wetter.

Sind senkrechte Module im Winter besser? Relativ gesehen ja, weil sie zur tiefen Sonne stehen. Im Jahr gesehen liefern geneigte Module meist mehr.

Brauche ich im Winter einen Speicher? Meist nicht. Der Überschuss ist gering, ein Speicher wird erst im Frühling wieder interessant.

Was Sie dafür brauchen